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Zu viel Vata im Herbst?

Zu viel Vata im Herbst?

Der Herbst ist da und mit ihm der Übergang in eine kühlere, unbeständigere Jahreszeit. Es weht ein Wind, das Licht verändert sich, die Blätter in den Bäumen wandeln ihre Farbe und fallen herab. Man friert vielleicht häufiger in den letzten Tagen, der Wind geht unter die Haut oder man vermisst das warme Licht des Sommers...

Das ist die Zeit, in der nach den ayurvedischen Doshas Vata dominiert. Mit dem Vata gewinnen die Elemente Luft (vayu) und Äther (akasha) an Bedeutung und Kraft. Sie sorgen für Wind und Bewegung sowie Abkühlung. Eigenschaften, die mit Vata assoziiert werden, sind z.B. leicht, kühl, rauh, trocken, sensitiv, fein.

Physisch kann sich erhöhtes Vata u.a. bemerkbar machen in Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, kalten Händen und Füßen. Innerlich in Unruhe. Was können wir tun, um das Unbeständige mit Ruhe zu verbinden, um unangenehme Empfindungen in angenehme zu wandeln - mit Hilfe der Kraft des Herbstes?

Intuitiv machen wir vieles vielleicht aus uns selbst heraus: eine Kerze anzünden, ein warmes Bad nehmen, wärmere Klamotten anziehen, ... Hier hat jeder wohl seine eigenen Rituale.

Beim Essen können wir auf wärmende und Vata reduzierende Gewürze achten wie z.B. frischen Ingwer, Thymian, Senfkörner, Kümmel, Fenchel, Anis oder Minze. Süße sowie salzige und saure Speisen sind besonders wohltuend im Herbst. Reife, süße und saftige Früchte tun gut.

Innerlich können beim Meditieren Symbole helfen wie z.B. das Symbol des Baumes. So stellen wir uns im Sitzen oder Liegen Wurzeln vor, die tief aus uns heraus in den Boden wachsen, uns erden und nach unten hin verbinden. Aus diesen Wurzeln kann sich unsere Vitalität wie Blätter nach oben entfalten und in die Breite gehen, Raum einnehmen. Als Symbol steht der Baum in der analytischen Psychologie für Vitalität, Wachstum und Entwicklung. Für die Verbindung von Himmel und Erde, von bewussten und unbewussten Kräften.

C. G. Jung schreibt zum Baum als archetypisches Symbol:

„Die durchschnittlich häufigsten, auf den Sinn bezüglichen Assoziationen sind wohl Wachstum, Leben, Entfaltung der Form in physischer und geistiger Hinsicht, Entwicklung, Wachstum von unten nach oben und vice versa, der Mutteraspekt (...), Alter, Persönlichkeit und schließlich Tod und Wiedergeburt.“

Durch die innere wie äußere Anpassung an den Herbst nehmen wir seine wunderbar-wandelhaften Seiten bewusster wahr: Die wunderschöne Färbung der Blätter, getaucht in das kühlere Licht; die positive Seite des Windes, der Vergangenes verweht und Raum schafft für Neues - Freiraum und Offenheit für das, was kommt.

An diese Bilder kann ich persönlich gut meine Yogapraxis anknüpfen. Hier und jetzt möchte ich die Kraft des Herbstes nutzen, um mir Raum und Luft zu verschaffen. In der Bewegung und Beweglichkeit neuen Raum schaffen, in der Atmung den eigenen Frei-Raum spüren. Mich im Shavasana erden, loslassen.

Und schließlich auf dem Weg sein, die Balance zu finden zwischen Ruhe und der Lust auf Wandlung und Neubeginn...

Doris


Wir bedanken uns herzlich bei Doris für den Gastbeitrag in unserem Blog.

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