Über die Leidenschaft

Über die Leidenschaft

Leidenschaft ist Motivation, die von Herzen kommt. Ein innerer Motor, der uns erlaubt, über unsere Grenzen hinaus zu wachsen, der unser Tun mit Begeisterung begleitet. Leidenschaft ist auch ein Kompass, der uns erlaubt, mit Zuversicht durch schwere Stürme zu navigieren, da wir unser Ziel (er)kennen. Den eigenen Träumen mit Leidenschaft zu folgen, erfordert oft Kraft & Mut und schenkt aber auch ganz besonderes Glück.

Stay Hungry.

»... And the only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it. And, like any great relationship, it just gets better and better as the years roll on. So keep looking until you find it. Don’t settle.« riet Steve Jobs den jungen Menschen 2005 in seiner berühmten commencement address an der Stanford University.

Oder auf drei Worte zusammengefasst »Follow your passion«. Haben wir alle schon gehört. Das setzt aber voraus, dass du eine hast. Das ist nicht selbstverständlich – im Gegenteil. Viele Menschen können tatsächlich nicht ihre grosse Leidenschaft identifizieren. Deswegen ist der Rat gut gemeint aber im Detail falsch formuliert. Es müsste besser heissen

Fuel your passion.

Statt auf die innere Stimme, das eine Thema im Leben zu warten, ist es besser, immer neugierig und offen zu sein, sich inspirieren zu lassen, sich auszuprobieren, nie aufzuhören zu lernen und sich immer wieder neu herauszufordern.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Stanford und Yale identifizierte erst kürzlich das folgende Problem: »Finding your passion« setzt voraus, dass unsere Interessen und Leidenschaften fixiert sind. Stattdessen sind sie aber fließend und entwickeln sich, wenn wir altern und Weisheit und Erfahrung gewinnen. Diejenigen, die der festen Denkweise folgen, werden laut der Studie viel eher aufgeben, wenn Hindernisse auftreten.

Work Hard.

Etwas später in der gleichen Ansprache gibt Steve Jobs einen radikalen aber wirksamen Vorschlag, wie wir selbst immer wieder überprüfen können, ob wir tatsächlich unserem Herzen folgen: »For the past 33 years, I have looked in the mirror every morning and asked myself: “If today were the last day of my life, would I want to do what I am about to do today?” And whenever the answer has been “No” for too many days in a row, I know I need to change something.«

Wir dürfen uns dabei nur nicht verleiten lassen, kurzfristige emotionale Zufriedenheit mit Leidenschaft zu verwechseln. Im Gegenteil: wenn wir aus unserer Leidenschaft eine Berufung machen, um den Beruf, der uns ernährt mit Begeisterung auszuüben, dann ist Professionalität gefragt. Viel Zeit, harte Arbeit und jede Menge Fehler, aus denen du wunderbar lernen kannst, werden Teil deiner Reise sein. Aber du gibst nicht auf, denn du bist leidenschaftlich.

Als Steve Jobs 30 Jahre alt war, wurde er bei Apple, seiner eigenen Firma, gefeuert. Er musste sein Lebenswerk hinter sich lassen und hätte nach diesem Rückschlag sicher auch deprimiert sein und alles hinwerfen können. Hat er aber nicht – er sah die Möglichkeiten. Er gründete die Firmen Pixar und NeXT und sagte später »I didn’t see it then, but it turned out that getting fired from Apple was the best thing that could have ever happened to me.«

Also nicht nur »do what you love« sondern auch »love what you do« … erst recht auch dann, wenn's mal holprig wird.

Be ego-centric.

Wie sähe eine utopische Gesellschaft aus, in der jeder seiner Leidenschaft folgt? Hätten wir dann alle nur die schönen Aufgaben? Und wer kümmert sich in einer solchen Welt um die unangenehmen Dinge, die aber notwendig sind? So betrachtet mag das Konzept der persönlichen Leidenschaft egozentrisch erscheinen.

Welches Bedürfnis steckt eigentlich hinter Leidenschaft? Ich denke es ist schlicht und einfach die Bedeutung, das Glück, nach dem wir in unserem Leben alle streben. Das kann doch nicht falsch sein? Ist es nicht. Denn wenn wir noch weiter denken und überlegen, was uns denn besonders glücklich macht, dann wird es am Ende nicht das gewesen sein, was wir von der Welt bekommen haben, sondern das, was wir geben durften.

Ben Horowitz bringt es in seiner commencement address 2015 an der Columbia University auf den Punkt: »When you go through life, what you’ll find is what you take out of the world over time — be it money, cars, stuff, accolades — is much less important than what you’ve put into the world. So my recommendation would be follow your contribution. Find the thing that you’re great at, put that into the world, contribute to others, help the world be better and that is the thing to follow.«

Teile mit Leidenschaft – dein Wissen, dein Vertrauen, deine Liebe und alles was nur du geben kannst. Der glücklichste Mensch der Welt sein zu wollen? Super egozentrisch! Es zu werden, indem du andere glücklich machst? Super cool.

Donnerstag, 14. Februar 2019
Über die Leidenschaft
Immer locker weiteratmen.
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